Geschichte

Erinnerung an die Bücherverbrennungen – Ein Vortrag von Johannes Rhein


„Am 10. Mai 1933 brannten in Deutschland die Scheiterhaufen für Bücher. Das Ereignis ist in der Ikonographie des Nationalsozialismus fest verankert, mindestens die spektakulär inszenierte zentrale Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz. Gemeinhin wird dies als Vorschein der kommenden Vernichtung von Menschen und als deutliches Zeichen für die Geistfeindschaft der Nationalsozialisten gedeutet:

Die Werke der verfemten Autorinnen und Autoren wurden eben nicht argumentativer Kritik, sondern der symbolstarken Vernichtung durch die Flammen übergeben. Es klafft aber eine Lücke in diesem Bild der Bücherverbrennung, wenn vergessen wird, wer die Bücher verbrannte – es waren Studierende.

Diese Tatsache geht im Begriff der bloßen Geistfeindschaft nicht auf; die Bücherverbrennungen müssen vielmehr auch als ein einschneidendes Ereignis für die Eingliederung der deutschen Universitäten in den Nationalsozialismus begriffen werden.
Im Vortrag werden am Beispiel von Frankfurt die Ereignisse vom 10. Mai 1933 dargestellt, um im Anschluss einige Hinweise zur nationalsozialistischen Geschichte der Goethe-Universität zu geben.

Abschließend wird ein bürgerliches Kulturverständnis kritisiert, das ein Begreifen der Bücherverbrennung nachhaltig verstellt. Adornos Spitze, dass alle Kultur nach Auschwitz Müll sei, bestätigt sich auch darin, dass schon 1933 die Kultur des deutschen Geistes als Schmutz und Schund das aus sich ausscheiden wollte, was Geistiges überhaupt erst in Bewegung bringt.“ (Quelle, Text & MP3: https://soundcloud.com/polbil_ffm/johannes-rhein-erinnerung-an | Webseite der Veranstalter: https://initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com/ )

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland#/media/File:Bundesarchiv_Bild_102-14598,_Berlin,_Opernplatz,_B%C3%BCcherverbrennung.jpg

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