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Zeiten des Zorns: Jutta Dittfurth über den Kapitalismus


Die Krise des Kapitalismus führt lange nicht zu seiner Überwindung. Im Gegenteil erscheint die Krise als Moment, in dem zunehmend ArbeitnehmerInnenrechte eingeschränkt, Bildung nur von Kaufkraft abhängt, die Kluft zwischen Armut und Reichtum aufreisst…

Kurz: Menschenrechte abgebaut werden, um den Kapitalismus gestärkt aus der Krise gehen zu lassen. Doch was ist mit dem Kapitalismus als permanente Krise?

Es wird viel geredet über einen „außer Rand und Band geratenen Kapitalismus“. Sich sozialer Gerechtigkeit, Bildung, Armut, … anzunehmen, sind Schlagworte einer Politik und Parteienlandschaft, die das Ideal einer humaneren Gesellschaft schon längst nicht mehr vertritt. Die Unzufriedenheit über ein menschenverachtendes System führt zu Wut und Zorn. Die Ohnmacht, diesem System scheinbar nicht die Stirn bieten zu können führt zu Resignation.

„Soziale Gerechtigkeit“ und „Freiheit“ stehen mehr denn je zur Disposition. Die derzeitige Wirtschaftskrise ist nicht die Folge eines ungezügelten „Raubtierkapitalismus“. Der Kapitalismus ist schon im Normalzustand eine Katastrophe. Es gibt ihn nicht ohne stetig wachsende Ausbeutung von Arbeitskräften und Natur. Er lässt sich nicht zähmen oder mit Reformen in eine humane Gesellschaft überführen. Menschen werden durch ihn in die Armut gedrängt, leiden und sterben.

Wo also ist heute das Korrektiv gegen das selbstherrliche Agieren von Politik und Wirtschaft? Was ist aus all den linken Hoffnungen geworden? Wie kann linke Intervention und Organisierung heute überhaupt aussehen? Welche Perspektiven haben soziale Bewegungen heutzutage?

Auf Einladung der Redical [M] referierte und diskutierte die Soziologin und Autorin Jutta Ditfurth aus Frankfurt am 14. Januar 2010 im Kino Lumiere in Goettingen. Über 80 interessierte Menschen versammelten sich um 19 Uhr im Kinosaal und lauschten Jutta´s Thesen zum Verhältnis vom Kaptialimus, Arbeit und der Krise & den Perspektiven sozialer Intervention aus ihrem Buch „Zeit des Zorns – Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft“. (Text & Quelle: Redical [M] / Vortrag als MP3)

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