Medien

Wer lenkt die Springer AG?


Er ist der größte Medienmann Deutschlands, misst gute zwei Meter und ist schon seit langem eine einflussreiche Persönlichkeit, nicht nur der deutschen Medien: Mathias Döpfner, Jahrgang 1963, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG.

Mathias Döpfners Aufstieg vom Musikkritiker zum Chef des Axel-Springer-Verlags ist so brillant wie große Oper. Seit er im Jahr 2002 zum Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG berufen wurde, hat Mathias Döpfner Jahr für Jahr den Gewinn des Unternehmens steigern können. Der Springer-Verlag hat mit Döpfner nach vielen Jahren wieder eine Führungsfigur, die durch Entschiedenheit, angemessene Härte und dank einer überzeugenden Zukunftsstrategie das Verlagshaus auf Vorwärtskurs gebracht hat.

„Das Wichtigste für das Mediengeschäft ist es“, sagt Döpfner in der Dokumentation, „die Zukunft zu umarmen und nicht zu versuchen, Zukunftsentwicklung zu verhindern. Wir sollten uns bemühen, in den technologischen Veränderungen Chancen zu sehen und nicht Risiken überzubetonen und dadurch wichtige Veränderungen zu verschlafen.“ Das Porträt widmet sich auch den Zukunftsideen Döpfners und zeigt, welche Pläne Döpfner mit dem Internetfernsehen verfolgt. Bei der Diskussion über die Zukunftsperspektiven, die angesichts der sinkenden Auflagenziffern bei Zeitungen und Zeitschriften mit Vehemenz geführt wird, kommt neben der Strebsamkeit ein anderer Wesenszug Döpfners zum Vorschein: ein unbeugsamer Wille zu verändern und sich durchzusetzen. Und das hat er schon früh gelernt. Er erinnert sich daran, dass er, schon immer ein langer „Lulatsch“, im Sportunterricht immer als Letzter in eine Mannschaft gewählt wurde. „Ich glaube fest“, sagt er, „dass diese Demütigungen ein entscheidender Impuls für meine Karriere waren. Ich war dazu verdammt, mich durchzuboxen.“

Er führte den einst einseitig-rechten Springer-Verlag in die politische Mitte, dorthin, wo die Vernunft und die aufgeklärten Konservativen zu Hause sind. „Eine Kraft, die ich immer gespürt habe“, sagt er, „ist es, Rituale nicht zu erfüllen und Erwartungshaltungen nicht zu bestätigen. Diese der Sache verpflichtende Unberechenbarkeit hat als taktische Waffe manchmal größte Wirkung, weil die Leute mit allem rechnen, nur nicht damit, dass man es einfach so meint, wie man es sagt. Und wenn man dann einfach eine Sache macht, kann das unglaublich viel Kraft entwickeln, Dinge durchzusetzen, bei denen viele glauben: Das schafft er nie!“ (Text & Quelle: ARTE)

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