Armut

Spanien – verschuldet, arbeitslos, ohne Perspektive


Die Massenproteste in Spanien halten an, in vielen Großstädten belagern die sogenannten jungen Empörten zentrale Plätze. Es geht ihnen in erster Linie um wirtschaftliche Themen, sie protestieren gegen Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit.Auch in der Universitätsstadt Granada hat die Protestbewegung starken Zulauf, viele Studenten sehen für sich keine berufliche Zukunft und sind über die Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand verärgert. Das größte Problem Spaniens ist die Massenarbeitslosigkeit, vor allem unter Jugendlichen. Im strukturschwachen Andalusien hat die anhaltende Wirtschaftskrise besonders krasse Folgen. Seitdem der Bauboom vorbei ist, gibt es in den Dörfern kaum noch Arbeitschancen. Das 1000-Seelen-Dorf Zagra hält den Negativ-Rekord: mit etwa 80% hat es eine der höchsten Arbeitslosenraten Spaniens. Für diejenigen, die einen Kredit für ihre Wohnung abbezahlen müssen, ist die Situation besonders schwer. In Spanien sind vor allem die Privathaushalte hoch verschuldet, die Kreditausfälle nehmen zu. Wir treffen einen ehemaligen Bau-Unternehmer in Zagra, der längst bankrott gegangen ist und sprechen mit Dorfbewohnern über die Lage.
Zwei Textilbetriebe haben in den letzten Jahren dicht gemacht, die einzige Beschäftigungschance in der Region ist eine landwirtschaftliche Genossenschaft, wo zurzeit 180 Menschen Spargel verarbeiten. Aber das Geschäft ist rein saisonal. Für gerade mal 7 Euro die Stunde sortieren und waschen hauptsächlich Frauen das Gemüse. Ein Knochenjob, der vor der Krise nur von osteuropäischen Arbeitskräften erledigt wurde. Jetzt stehen ausschließlich Spanier am Fließband. (Text & Quelle: Deutsche Welle)

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