Gesundheit

Wie Alltagsdrogen die Gesellschaft beeinflussen


Eineinhalb Millionen Deutsche sind medikamentenabhängig, eine Millionen gilt als Alkoholiker, rund einhunderttausend erliegen jährlich den Folgen ihres Tabakgenusses.

Die Gefahren der Drogen sind bekannt. Trotzdem gehören sie zum Alltag. Die Antwort auf dieses Phänomen liegt im Gehirn. Drogen verändern die Selbstwahrnehmung, ein psychologisches Phänomen mit hohem Suchtpotential. Einige Substanzen lassen einen „cooler“ oder leistungsfähiger erscheinen. Ein Gefühl, das sich durch Drogen leicht erzeugen lässt. Für die Vorbilder sorgen die Medien und die Werbung.

Die Leistungsdrogen der sitzenden Menschen dagegen sind Koffein und Nikotin. Koffein ist die beliebteste Alltagsdroge der Welt, neunzig Prozent der Deutschen entscheiden sich jeden Morgen für eine Tasse des „schwarzen Gifts“. Diese Drogen entfalten ihre Wirkung ganz im Sinne der Industriegesellschaft: Kaffee regt das Gehirn zu höheren Leistungen an, stimuliert die Muskeltätigkeit und fördert die Verdauung, während Nikotin den Körper beruhigt. Ohne Kaffee würden viele Menschen gar nicht munter werden. Wein und Bier helfen, sich zu entspannen. Da schmeckt das Bier zum Feierabend doppelt gut. Am nächsten Morgen helfen Kopfschmerzmittel, den Tag im Büro zu überstehen.

Geschluckt wird, was „hilft“ – mit den entsprechenden Konsequenzen: Der massenweise Konsum von Alltagsdrogen bedroht die Volksgesundheit. Aber: Die Gesellschaft braucht Alltagsdrogen wie Kaffee, Nikotin und Alkohol, um zu funktionieren.

Das Film-Essay diskutiert die Fragen nach der Notwendigkeit von Alltagsdrogen aus Sicht des Konsumenten, des Staates, der Industrie und des Gesundheitswesens. Betrachtet wird der Nutzen, aber auch die Gefahren, die mit Alltagsdrogen verbunden sind. Zu Wort kommen der Wissenschaftler Professor Günter Amendt, der Chefredakteur Heiko Ernst von „Psychologie heute“ und Professor Walter Zieglgänsberger vom Max Planck Institut. (Text & Quelle: ZDF)

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