Ernährung

Verbrauchertäuschung im Supermarkt: Lightprodukte


Abnehmen ist ein Geschäft, mit dem die Lebensmittelbranche zunehmend Geld verdient. markt-Scanner durchleuchtet die angeblich besonders leichten „Light-Produkte“.

„Viele Menschen sehen in Light-Produkten eine einfache Möglichkeit, etwas für ihre Ernährung zu tun“, erklärt Ernährungsberaterin Julia Ristow aus Hamburg. Doch ein Blick auf die Nährwerttabellen von Light-Produkten zeigt, dass es sich dabei um einen Trugschluss handelt. Denn die Kalorien-Differenz zwischen einem Light-Produkt und seinem vergleichbaren Original ist oft verschwindend gering. So macht der Unterschied zwischen „light“ und original bei einer Portion Chips gerade mal 17 Kalorien aus.

Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Kalorienwert, den eine „leichte“ Variante unterschreiten muss. Das hat zur Folge, dass „light“ sogar auf Produkten stehen darf, die genau so viele Kalorien oder sogar einen höheren Energiegehalt als das Vergleichsprodukt haben. Laut EU darf ein Hersteller sein Produkt „light“ nennen, wenn es entweder 30 Prozent weniger Zucker, Fett oder Alkohol enthält als das Original. Allerdings sind Fett und Zucker Geschmacksträger, daher erhöhen viele Hersteller beispielsweise den Kohlehydratanteil in einem Produkt, nachdem sie den Fettanteil reduziert haben.

„Light“ heißt nicht automatisch gesund

Ein genauer Blick auf die Nährwertangaben lohnt sich auch deshalb, weil es Produkte gibt, die niemals wirklich leicht sein können: „Mit einer fettarmen Leberwurst isst man immer noch ein relativ fetthaltiges Produkt und verbessert so auch nicht seine Ernährungsgewohnheiten“, gibt Ristow zu bedenken. Allein die Tatsache, dass eine Butter mit 41 Prozent Fett den Aufdruck „leicht“ trägt, mache sie noch lange nicht zu einem gesunden Lebensmittel. Zudem werden die in Light-Produkten reduzierten Bestandteile häufig durch künstliche Fettersatzstoffe, Zuckeraustausch- oder Süßstoffe ersetzt. Deshalb gilt:

  • Vergleichen: Ist der Fettanteil reduziert, dann auf jeden Fall bei vergleichbaren Produkten auf die Packung schauen, ob nicht mehr Zucker drin ist.
  • Nachrechnen: Oft sind Portionsgrößen schöngerechnet. Sie sind kleiner als die Menge, die wirklich gegessen wird.
  • Nachdenken: Auch wenn Fett und Zucker in manchen Produkten reduziert wurden, sind sie immer noch ganz schön fett und alles andere als gesund. So haben etwa fettreduzierte Chips und Erdnuss-Flips immer noch einen hohen Fettanteil und besonders viel gesättigte Fettsäuren, die dick machen können.

Beim Vergleichen der Nährwertangaben hilft der sogenannte Ampelcheck, den einige Verbraucherzentralen entwickelt haben und der im Internet zu finden ist. Zum Mitnehmen in den Supermarkt gibt es eine kostenlose Merkkarte im Checkkartenformat.

Natürliche Light-Alternativen

Wer abnehmen will, sollte prinzipiell darauf achten, dass die zugeführte Energie, wie sie durch Kohlehydrate, Eiweiß und Fett geliefert wird, geringer ist als die verbrauchte Energie. Das lässt sich am besten durch viel Bewegung und mit natürlichen Produkten, die wenig Fett und Zucker enthalten, erreichen. Ernährungsberaterin Julia Ristow empfiehlt, Salate statt mit Mayonnaise etwa mit Joghurt anzumachen und von Salami oder Leberwurst auf fettarme Produkte wie Geflügelaufschnitt oder Kochschinken umzusteigen. Kalorienbomben wie Chips oder Eiscreme sollten laut Ristow nur ab und zu als kleines Extra eingebaut werden. (Text & Quelle: WDR)

1 reply »

  1. Ich wünschte ich würde mal auch nur etwas an Fett zunehmen.
    Ich weiß nicht, wie ich es auf 2000 Kalorien am Tag schaffen soll, ohne mich ungesund zu ernähren, am besten noch vegetarisch. An solche Menschen wird leider nicht gedacht.
    Wie nehme ich zu ohne Cola und Chips?

    Naja. Zum Thema noch.
    Wenn die Light-Variante weniger fett, dafür mehr kohlenhydrate hat, dann ist das für manche stoffwechseltypen (owbohl gleiche kalorienzahl) trotzdem besser 😉

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