Filmhinweise

Stone


Robert De Niro spielt einen Cop, der über Jahrzehnte die Lügen der Knastbrüder ertragen musste. Sie alle wollten eine Empfehlung von ihm, die er nur selten gibt. Er hat Vorurteile aufgebaut, glaubt weder an das Gute im Menschen, noch kann er an sich selbst glauben oder an das was er empfindet. Im Grunde genommen empfindet er gar nichts mehr, möchte sich umbringen. In dieser schwierigen Lebenslage trifft er auf Stone, gespielt von Edward Norten, welcher erst ähnlich wie alle anderen sogenannten Straftäter ein linkes Spiel treibt. Seine Frau, Milla Javovich (siehe Foto oben), setzt ihre weiblichen Möglichkeiten voll und ganz ein, um möglichst großen Einfluss auf die Beurteilung durch De Niro zu nehmen. Sie will ihren heißgeliebten Stone wieder haben, für sich und das Bett. Während Stone sich im Verlauf der Vorgespräche zur Beurteilung immer mehr zu läutern scheint und auch eine ganz andere Perspektive auf das Leben erhält, rutscht De Niro stetig weiter ab. Der Cop verliert schliesslich völlig den Halt im Leben als er sich auf Stones Frau sexuell einlässt. Er belügt seine Frau, schreit seine Kollegen an, ist unruhig und genervt. Plötzlich bietet der Häftling Stone Hilfe an, die Rollensituation hat sich total verkehrt und es ist so als ob der Staatsdiener kurz vorm Amoklauf steht, während der Straftäter das Tor zum Paradies betritt.

Der Film ist ein großartiges tiefgreifendes Charakterdrama, welches die Verletzlichkeit und Verführbarkeit von Menschen zeigt. Die Orientierungslosigkeit und Einsamkeit der Menschen in der modernen Gesellschaft wird von allen Darstellern regelrecht greifbar gemacht. Jeder Mensch kann von der leeren Zerstörungslust gepackt werden, und damit sich und andere Menschen in den Abgrund reißen. Wer dagegen die gigantische Lebenssphäre genießen kann, vom Wind über die Bienen und die weitläufigen Wiesen, wird unter Umständen mehr Genuss am Leben finden als jemand der beharrlich auf ein Schwarz-Weiß Schema fixiert ist, welches zum Beispiel in unserem Justizsystem zu finden ist. Kein Mensch kann von Gesetzen präzise erfasst und beurteilt werden, auch nicht von irgendeinem Menschen. Es ist schlicht unmöglich. Wir sind zu komplex. Das Leid welches wir mit Urteilen und Vorurteilen heraufbeschwören ist immens und es klingt zwischen den Dialogen von De Niro und Norten regelrecht drastisch durch. Was ist gut? Was ist richtig? Wer hat das Recht darüber zu entscheiden? Gibt es überhaupt eine Antwort auf diese Fragen?

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