Energie

Atomkraft: Prof. Dr. Olaf Hohmeyer im Interview


Wie ist auch vor diesem Hintergrund das schwarz-gelbe Moratorium zu bewerten? Wie sollte nach Ansicht von Hohmeyer die Bundesregierung nach dem Ende des Moratoriums verfahren? Ist der komplette Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland machbar? Wie schnell? Was kostet ein sofortiger Ausstieg – und wie hoch sind die Kosten bei einem späteren Ausstieg? Hierzu Prof. Dr. Olaf Hohmeyer, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen, Professur für Energie- und Ressourcenwirtschaft an der Universität Flensburg. (Text & Quelle: WDR)

1 reply »

  1. Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Olaf Hohmeyer,
    derzeit ist es schwierig als Bürger zu erkennen, welche Strategie in der Politik im Hinblick auf eine Energiewende zu den erneuerbaren Energieträgern zu erkennen ist. Vor allem der Zickzackkurs der Bundesregierung lässt erhebliche Zweifel aufkommen an der wirklichen Umsetzung des vorgesehenen und angedachten Kurses. Ob Moratorium oder Stresstest, all diese Versprechungen lassen echte Bereitschaft, großes zu ändern nicht erkennen.
    Mit einer schnellen und erneuten Novellierung des EEGs kann die Bundesregierung
    klären, wie ernst es ihr ist, eine aus erneuerbaren Energieträgern kombinierte und
    bedarfsgerecht erzeugte Energie durchzusetzen.
    Die Katastrophe von Fukushima in Japan zeigt neben dem vor 25 Jahren schon einmal in Tschernobyl ausgelösten Supergau, wie unbeherrschbar die friedliche Nutzung von Kernenergie ist. An dem Beispiel in Japan muss jedem Menschen klar werden, dass die friedliche Nutzung der Kernenergie ein unberechenbares Risiko für uns alle darstellt.
    Zweifelsfrei ist dieses auch daran zu erkennen, dass Kernenergie weltweit nicht
    versicherbar ist. Die Risiken sind demnach so hoch, dass kein Versicherer es sich leisten kann, eine Kostendeckung im Schadensfall zu übernehmen. Eine Serie von Pannen in deutschen Atomkraftwerken belegen diese Risikoeinschätzung. In Ihrem Intervive im WDR kommen Sie ebenfalls zu diesem Schluss.
    Nicht eine Naturkatastrophe, sondern die Atomkraft war es, die Japan an den Rand der Apokalypse führte. Der Gau in Japan muss uns zwangsweise nach 25 Jahren „Lernzeit“ Tschernobyl wachrütteln und muss uns aufzeigen, wie scheinbar Unvorstellbares immer wieder Wirklichkeit wird. Mit der Naturkatastrophe wird das Land fertig werden, doch die Folgen der zerborstenen Atomreaktoren beeinflussen auf Jahrhunderte oder gar auf Jahrtausende das Leben der Menschen der ganzen Welt. Tschernobyl war anscheinend noch keine durchgreifende Warnung an die Menschheit. Bei der Nutzung von Kernenergie geht es nicht mehr nur um Kosteneinsparung, um Gewinnoptimierung oder um saubere und billige Energie, sondern einzig und allein um den Risikofaktor Menschheit und Natur.
    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hohmeyer wir bitten Sie, setzen Sie sich in der Energiepolitik weiter wie bisher für die Nutzung von regenerativer Energie ein. Wir schätzen Ihr Engagement sehr und wünschen Ihnen weiterhin die Kraft, gemeinsam mit Ihren Mitstreitern endlich den Durchbruch zu schaffen.
    Die Ansätze der jetzigen Bundesregierung sind halbherzig und widersprüchlich, ja teilweise gewinnt man den Eindruck, sie sind gesteuert von der Atomlobby. So werden wir nicht weiterkommen.
    Wir denken, der Bundesumweltminister sollte endlich eine klare Richtung
    aufzuzeigen, um nicht noch mehr Bundesbürger zu verunsichern, was nun der Weg der Bundesregierung in Sachen Energiewende eigentlich ist. Das Monotoring alleine oder ein beabsichtigter Stresstest reicht den Menschen nicht mehr. Die Ziele müssen klar erkennbar sein und dokumentiert werden. Dagegen spricht Bundeswirtschaftsminister Brüderle genau die Absichten aus, was die Regierung nun mal vor hat. Daraus wiederum lässt sich an dem Ergebnis der jüngsten Landtagswahlen erkennbar ableiten, dass sich viele Wähler und Wählerinnen das nicht mehr so einfach gefallen lassen. In der Bevölkerung beginnt endlich ein Umdenken. Wissenschftler wie Sie, sollten jetzt verstärkt ihre fachkundigen Stellungnahmen abgeben, um die Bürger in ihrem Willen zur Umkehr in der Energiewirtschaft zu stärken.
    Wir befassen uns mit dem Gedanken, die umstrittene Gesetzesänderung von 2010 mit
    der Stichtagsregelung zum 25.03.2010 für PV Anlagen auf Ackerflächen auf Grund der jetzigen Erkenntnisse vor dem Bundesverfassungsgericht einzuklagen. Viel besser wäre es allemal, wenn auf politischem Weg im Rahmen der jetzt gemachten Erfahrungen aus der Atomkatastrophe in Japan, dieses Gesetz rückgängig gemacht werden würde.
    Wenn die Umstellung auf regenerative Energie gelingen soll, ist dieses Gesetz in der derzeitigen Fassung kontraproduktiv.
    Wir verweisen hier auf ein Beispiel das deutlich machen soll, wie absurd es klingt,
    wenn behauptet wird, der enorme Flächenbedarf bei PV Anlagen wäre ein Wettbewerb zur Nahrungsmittelproduktion und deswegen dürften diese Anlagen nicht mehr auf Ackerflächen gebaut werden. Zur Zeit sind nicht einmal 0,05% der Ackerfläche der Bundesrebuplik Deutschland mit PV Modulen belegt.
    Wenn bspw. jährlich 1 Mio. Kilowattstunden Strom mit Windkraft erzeugt werden soll, benötigt man dazu ca. 1000 m² nutzbare Fläche. Bei einer PV Anlage braucht man ca. 3 ha Land. Bei Biogas dagegen gehen der Nahrungsmittelproduktion annähernd 60 ha nutzbares Ackerland verloren. Biogasanlagen werden dagegen verhältnismäßig proportional überfördert. Das ist keine gute Entwicklung besonders im Hinblick auf die Flächenkonkurenz zu Milchviehbetrieben. Die Biogasanlagen schießen wie warme Semmeln aus dem Boden, obwohl die Effizienz nie richtig geprüft wurde. Diese Entwicklung ist unserer Meinung nach niemals Ziel führend.
    Ein absolut wichtiger Punkt bei der Umstellung auf regenerative Energie ist die
    unabdingbare Forschung in Bezug auf Speicherung von Energie. Dieses wird allerdings unserer Meinung nach noch völlig vernachlässigt. Man kann sogar den Eindruck gewinnen, die Atomlobby würde die Politik beeinflussen. Die Sonne, aber auch der Wind sind zwar kostenlose, jedoch keine beständigen Energielieferanten. Hier muss es gelingen, die gewonnene Energie für Zeiten zu speichern, wenn nun mal kein Wind weht oder die Sonne nicht genügend scheint. Sind keine Speicherkapazitäten vorhanden, müsste sauber erzeugter Strom regelrecht vernichtet werden.
    Die Bundesregierung muss jetzt nachdrücklich und schnell handeln.
    Die beschlossenen Laufzeitverlägerungen für Kernkraftwerke in Deutschland
    müssen rückgängig gemacht werden. Wir können zwar nicht sofort, doch wir können absolut kurzfristiger aus der Kernenergie aussteigen, das belegen unzählige Gutachten.
    Deutschland muss hier eine Vorbildfunktion in Europa und in der Welt
    einnehmen, schon alleine aus der Tatsache heraus, dass wir angeblich die sichersten
    Atomanlagen haben.
    Die umstrittene Gesetzesänderung von 2010 im Hinblick auf den Bau von PV
    Freiflächenanlagen auf Ackerflächen mit der Stichtagsregelung 25.03.2010
    muss rückgängig gemacht werden. Dagegen müssen die regenerativen
    Energiequellen wie die Photovoltaik und die Windkraft vielmehr stärker und nachhaltiger als bisher vorangetrieben werden.
    Die Bevölkerung ist bereit, für sichere und nicht die Gesundheit beeinträchtigende Energie aus regenerativen Energiequellen mehr zu bezahlen.
    Die bisherigen schnellen Entscheidungen, wie Moratorium der Bundesregierung
    oder der angedachte Stresstest durch EU Kommissar Günther Öttinger scheinen
    sich immer mehr als als Mogelpackung oder als vorgeschaltete Wahltaktik für Landtagswahlen zu entpuppen.
    Die Bevölkerung ist zu Recht verunsichert und fordert von der Politik schnelles Handeln.
    Die Politik wird sich messen lassen müssen bei künftigen Wahlen daran, wie
    konkret und nachhaltig sie die Entscheidungen zu Gunsten der schnellen
    Umstellung auf regenerative Energien trifft.
    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hohmeyer, wir setzen auf Sie und vertrauen auf Sie. Wir wünschen uns und Ihnen, dass immer mehr Bürger auf Ihre Arbeit vertrauen können und der von Ihnen eingeschlagene Kurs beständig ist.
    So können auch bestehende Gesetze geändert werden zum Wohle von uns allen. Die
    Politik der Zukunft muss insgesamt nachhaltiger gestaltet werden. Dazu bedarf es nicht nur Veränderungen in der Energiepolitik, sondern auch auf dem Gebiet der Gentechnik.
    Wir bitte Sie ebenfalls eindringlich, setzen Sie sich auch dafür ein, dass künftig auf
    Ackerflächen wieder PV Anlagen errichtet werden können. Vor allem bei solchen Anlagen, bei denen schon ein genehmigter Bebauungsplan vorliegt, jedoch diese Projekte an der Stichtagsregelung: „25.03.2010“ scheiterten und hier auch volle Akzeptanz in der Bevölkerung in der Region vorliegt.

    Vielen Dank für Ihre mühevolle Arbeit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Alfred und Markus Gmelch
    Ortlesbrunn 1
    91275 Auerbach

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