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Elisabeth Wehling: Das politische Gehirn


Warum klingen oft gehörte politische Schlüsselwörter vertraut, auch wenn wir sie kaum erklären könnten? Warum erkennen wir oft schon am Begriff, zu welchem „Lager“ jemand gehört? Warum funktionieren manche Wahlkampf-Slogans und andere nicht? George Lakoff, Professor für kognitive Wissenschaften und Linguistik an der University of California, und die Hamburger Sprach- und Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Wehling haben in einem neuen Buch untersucht, wie wir politische Sprache verstehen.

Sie stützen sich dabei auf Erkenntnisse der Hirnforschung. Wenn wir das Wort „Steuererleichterungen“ hören, verschaltet unser Gehirn Vorstellungen und Wertungen und „errechnet“ daraus eine Bedeutung (Frame). Bei „Steuern“ stellen wir uns Ausgaben vor, mit „Erleichterungen“ verbinden wir die Befreiung von einer Last. „Das Wort weckt einen konservativen Frame, in dem ,Steuern‘ negativ besetzt ist“, sagt Elisabeth Wehling: Nach konservativem Verständnis sind „möglichst wenig Steuern = gut“. Dieser Frame wird immer wieder aktiviert, wenn wir „Steuererleichterungen“ hören – inklusive der negativen Wertung. (Text: Abendblatt)

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