Religion

Norbert Denef: Die Kirche möchte den massenhaften sexuellen Missbrauch aussitzen


Das vergangene Jahr begann mit einem Skandal. Anfang 2010 musste das vom Jesuitenorden getragene Berliner Canisius-Kolleg eingestehen, dass Patres über Jahre hinweg Kinder und Jugendliche missbraucht hatten.

Der Rektor der Schule, Pater Klaus Mertes, betrieb eine offensive Aufklärungsarbeit und informierte mehr als 600 ehemaligen Schüler darüber in einem Brief. Was folgte, erschütterte die katholische Kirche, aber auch die ganze Gesellschaft. Die Enthüllungen in Berlin ermutigten auch andere Opfer sexueller Gewalt, sich zu melden. Der Missbrauchsskandal weitete sich auf das gesamte Bundesgebiet aus, es folgte eine beispiellose Debatte über Schweigekartelle, fehlende Anerkennung von Schuld und jahrzehntelanges Vertuschen. Die Missbrauchsfälle stürzten vor allem die katholische Kirche in eine tiefe Vertrauenskrise. Aber auch die evangelische Kirche hatte ihren Skandal, als Bischöfin Margot Kässmann nach einer Alkoholfahrt am Steuer zurücktrat. Ein Jahr nach den Enthüllungen lädt „Horizonte“ den Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, Klaus Mertes, und den Religionssoziologen Michael N. Ebertz ins Studio und zieht Bilanz: Was haben die Enthüllungen bewirkt? Welche Massnahmen zur Prävention sind getroffen, wie kann eine angemessene Entschädigung der Opfer aussehen? Vor allem aber: Wie können die Kirchen das verlorene Vertrauen der Menschen wiedergewinnen? (Text: HR | Webseite von Norbert Denef)

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