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Kein Mensch ist illegal: Passagiere verhindern Abschiebung


An Bord der Donnerstagsmaschine Paris — Bamako waren ausser mehrere Aktivist_innen der „Karawane für Bewegungsfreiheit und selbstbestimmte Entwicklung“ auch ein gefesselter und von Polizei begleiteter Mann, der nach Mali abgeschoben werden sollte. Bereits kurz nach dem Start solidarisierten sich 17 Passagiere und verließen ihre Sitze, weil der Betroffene versuchte, gegen die Ausführung Widerstand zu leisten. Hierauf kehrte der Pilot zurück auf den Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle — und ließ acht der Aktivist_innen sowie weitere Passagiere aus dem Flugzeug entfernen und festnehmen. Dabei griffen die Sicherheitskräfte auch einen Familienvater an, der die Ereignisse mit der Kamera seines Mobiltelefons dokumentierte. Ein zweiter Versuch, den Mann gewaltsam abzuschieben, wurde unternommen, konnte aber nach Angaben von malischen Aktivist_innen aus Bamako nicht durchgeführt werden.

Statt Fluggäste zu transportieren, macht sich Air France lieber zum Handlanger der französischen Grenzpolizei und schiebt rücksichtslos Menschen gegen ihren Willen ab. Bereits zwei weitere Flüge innerhalb einer Woche starteten ab Paris verspätet, weil es zu Protesten gegen Abschiebungen kam: Am vergangenen Freitag standen im Flug nach Douala/Kamerun Passagiere gegen eine Abschiebung auf — vier von ihnen wurden in der Folge aus dem entfernt und die Personalien festgestellt. Und Mittwoch morgen weigerten sich mehrere Passagiere, sich in ein Flugzeug mit Royal Air Maroc zu setzen, bis die Maschine eineinhalb Stunden später ohne die beiden Gefangenen abhob. Mitarbeiter_innen der Air France sprechen sich bereits seit 2007 gegen Abschiebeflüge der Airline aus — bislang ohne Erfolg.

Erst tief in der Nacht wurden die letzten Aktivist_innen wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen — als das Flugzeug längst gestartet war. Zwar dürfte der couragierte Einsatz gegen brutale Abschiebungen im Flugzeug für die Aktivist_innen auch noch ein juristisches Nachspiel haben, in Mali jedoch dürfte ihnen ein herzlicher Empfang seitens dortiger Aktivist_innen sicher sein. Schwer wiegen allerdings die verpassten Flüge: Mindestens 4.000 Euro kosten neue Tickets, damit sie rechtzeitig zum Start der Karawane in Bamako ankommen. Die Organisator_innen derselben rufen deswegen zur finanziellen Unterstützung auf. (Text: Afrique Europe Interact)

Spendenkonto der Karawane (auch für Anwaltskosten und ausgefallene Flüge):
Initiative Zusammen Leben e.V.
Name: J. Hackert
Konto: 174 496 53
BLZ 120 300 00 (DKB)
Stichwort: Karawane WSF

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