Geschichte

Hitlers Diplomaten: Das Auswärtige Amt als Zuflucht für NS-Täter


Diese Studie birgt Sprengstoff: Auf mehr als 700 Seiten über das Auswärtige Amt räumt eine Kommission mit einem Mythos auf. „Das Amt und die Vergangenheit“ offenbart: Hitlers Diplomaten hatten keine weiße Weste. Sie waren auch nicht im Widerstand – ganz im Gegenteil. „Das Auswärtige Amt war ab 1933 an der Gewaltpolitik des Nationalsozialismus beteiligt“, sagt Eckart Conze, Vorsitzender der unabhängigen Historiker-Kommission. „An der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden hat es aktiv mitgewirkt und war – und man kann es nicht anders sagen – in diesem Sinne eine verbrecherische Organisation.“

Der frühere Außenminister Joschka Fischer hatte 2005 nach der Änderung der Nachrufregelung im eigenen Amt eine Kommission berufen. Sie sollte untersuchen, wie sehr deutsche Diplomaten im Dritten Reich verstrickt waren. Anhand vieler Beispiele wird nun belegt, dass das Amt in der Berliner Wilhelmsstraße von Beginn an Hitlers Politik bedingungslos unterstützt hat. So stellte der Pariser Botschafter Otto Abetz im besetzten Frankreich vorauseilend Listen mit Juden zusammen – als „antisemitische Sofortmaßnahme“, wie es hieß.

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