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So wirds gemacht: Generalstreik und Demonstrationen in Frankreich


(drf) – Erneut sind in Frankreich über drei Millionen Menschen gegen den von der Regierung unter Präsident Nicolas Sarkozy geplanten Abbau sozialer Rechte auf die Strasse gegangen. Seit über einer Woche artikuliert sich der breite Widerstand gegen den Klassenkampf von oben durch Generalstreiks und Demonstrationen, denen sich immer weitere Kreise der Bevölkerung anschliessen. Im Vordergrund steht dabei der Widerstand gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters und damit zusammenhängender negativer sozialer Konsequenzen.
Weite Teile des Landes sind mittlerweile durch den Generalstreik lahmgelegt. Verkehrsmittel fahren nicht, Raffinerien haben die Produktion eingestellt und viele Tankstellen verkaufen kein Benzin mehr.

An den Massenprotesten beteiligen sich jetzt auch die LKW-Fahrer, die mit ihren Schwertransportern den Verkehr auf den Autobahnen behindern oder die Zufahrtswege zu den Depots der grossen Ölgesellschaften blockieren. Die zeitweise von der Polizei geräumten Produktionsanlagen wurden von den Arbeitern immer wieder zurückerobert und stillgelegt. Pendler und Geschäftsleute beklagten in Radiosendungen, Regierungschef François Fillion habe sein Versprechen, die Benzinversorgung notfalls mit Hilfe der Polizei durchzusetzen, nicht halten können.

Die verschiedenen kommunistischen/sozialistischen und bürgerlichen Gewerkschaften hatten für den sechsten landesweiten Aktionstag seit Mai insgesamt 266 Demonstrationen organisiert. Die Proteste richten sich gegen die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre und die Auszahlung der vollen Rentenbezüge vom 67. statt vom 65. Lebensjahr an. Über das gesamte Rentenpaket soll in dieser Woche der französische Senat abstimmen. (Text & Video: Rote Fahne)

 

2 replies »

  1. Wie in Frankreich ‚gekämpft‘ wird, weiß ich schon lange und ich ärgere mich auch ständig darüber, dass der Widerstand gegen die Klientelpolitik hier im Land nicht auf die gleiche Weise bekämpft wird, aber wir haben hier im Land halt Gewerkschaften, die wohl zahlenmäßig wesentlich stärker sind als in Frankreich, aber keinen Arsch in der Hose haben.

  2. Die Franzosen können einen schon enorm beeindrucken durch ihre so enorme Streikbereitschaft, insbesonders auch insoweit, wenn man sieht, wer sich alles daran beteiligt, es sind sämtliche Bevölkerungsschichten vertreten.
    Die Streikbereitschaft bzw. aktive Teilnahme verdient höchsten Respekt.
    Auch hier in Deutschland gehen jetzt die Uhren schon anders. Man muss nur einmal auf Stuttgart schauen, mit einer noch nie dagewesenen Streikbereitschaft zu Stuttgart 21, was im ganzen Lande aufmerksam verfolgt wird.
    Nicht auszuschließen, dass dieser Umstand Schule macht und sich irgendwann ein solcher Streik auf ganz Deutschland ausweiten könnte. Ich denke hier nur an die nunmehr neu beschlossenen Regelungen zu Hartz 4, die Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke. Auch kann es im nächsten Jahr durchaus passieren, dass man unsere Rentner widerum versucht mit Nullrunden oder Almosen abzuspeisen.
    Selbstverständlich möchte ich niemanden unbedingt zum Streik aufrufen, was man als einzelner sowieso nicht schaffen kann, aber wenn die Politik die soziale Schieflage nicht beseitigt und somit soziale Ungerechtigkeit die Oberhand behält, dann läßt sich auch bei uns nicht ausschließen, das es zu großen Demos kommen könnte.

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