Wirtschaft

Die tödlichen Methoden der Jeansindustrie


Wir sind in Istanbul unterwegs mit Sedat Kaya von der türkischen Textilarbeitergewerkschaft TEKSIF. Arbeiter haben uns Hinweise gegeben, dass dort Firmen immer noch Jeans mit gesundheitsgefährdenden Methoden bearbeiten und das in der Türkei verbotene Sandstrahlen nach wie vor anwenden. Viele Menschen, die dabei eingesetzt waren, starben an Silikose. Sedat Kaya weiß alleine von fast 50 Fällen.

Silikose kannte man bisher nur aus dem Bergbau. In der Textilbranche ist die Krankheit neu, aber genauso grausam. Es fängt ganz langsam an. Dann bekommen die Erkrankten kaum noch Luft. Der Quarz aus dem Sand versteift die Lungenbläschen ein für alle Mal.

Auch Mehmetsah Yulein ist an der unheilbaren Krankheit erkrankt: „Ich habe mich beim Gesundheitsdienst gemeldet. Sie haben Bronchitis diagnostiziert. Sie haben mir Medikamente gegeben und gesagt, es würde vorbeigehen. Nachdem ich diese Medikamente eingenommen habe, wurde mein Husten immer schlimmer, und es kam immer mehr Schleim.“

Dr. Zeki Kilicaslan hat als erster den Zusammenhang entdeckt. Er erkannte, dass sich die jungen Männer die tödliche Lungenerkrankung bei ihrer Arbeit, dem Sandstrahlen von Jeans, zugezogen haben: „Das ist etwas, was ich als Arzt nicht akzeptieren kann. Es hat mich und meine Arztkollegen sehr mitgenommen, denn 18-, 25-, 30-jährige Menschen haben eine Krankheit bekommen, die immer weiter fortschreitet und mit dem Tode endet, aber eigentlich komplett zu verhindern wäre.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s