Literaturhinweise

Auswege aus dem Kapitalismus: Beiträge zur politischen Ökologie



ISBN 978-3-85869-391-4

Der österreichisch-französische Sozialphilosoph und Marxist André Gorz hat sich sein ganzes Leben mit der Entfremdung des Menschen und der inneren Logik des Kapitalismus beschäftigt. In seinen Buchpublikationen hat sich Gorz als Theoretiker der Arbeiterselbstverwal-tung und der politischen Ökologie profiliert.

Kurz vor seinem Tod hat Gorz seine Texte neu verfasst und zusammengestellt. In »Auswege aus dem Kapitalismus« fasste er aus 128 Seiten ein letztes Mal seine Ideen zusammen. Das dabei entstandene essyistische Werk gilt als sein Vermächtnis. Der Kapitalismuskritiker belegt, warum das kapitalistische System dazu neigt, am Ende zu kollabieren und zeigt zugleich Auswege aus dem Kapitalismus auf. Am Ende kollabiert das kapitalistische System, so prognostizierte Gorz bereits im Jahr 2004.

Im Kapitalismus muss der Konsum ständig wachsen. Anders können wirtschaftliche Gewinne immer weniger realisiert werden. Immer neue Wachstumsfelder müssen gefunden werden. Deshalb wird die Warenwelt bis ins Absurde aufgeblasen. Kurz vor seinem Tod 2007 verkündete der Sozialphilosoph André Gorz ganz nach Karl Marx, dass die Sebstverwertung des Kapitals an eine innere Grenze stößt. Dem Kapitalismus gehen die Konsumenten aus, die ihn eigentlich mit ihrem stetigen Konsum am Leben erhalten sollen. Im globalen Konkurrenzkampf fallen die Werte ins Bodenlose.

Gorz erweist sich in seiner ökonomischen Analyse als ein Vordenker der heutigen Wirtschaftskrise. Er prophezeit den Kollaps des kapitalistischen Systems aus marxistischer Sicht. Wohin wir gehen werden, ist eine »Umsonst-Ökonomie«. Der Staat schafft sich seine Konsumenten selber. Immer öfter werden Steuergelder an die Konsumenten verteilt, damit sie neue Waren kaufen und alte wegwerfen. Gorz jahrzehntelange Beschäftigung mit der inneren Logik des Kapitalismus bringt ihn schließlich zu der Erkenntnis, dass die verzweifelte Suche nach Geldvermehrung zwangsläufig ins Leere führt.

Dem Kapitalismuskritiker Gorz geht es um die Befreiung des Menschen von der kapitalistischen Produktionsweise. Er hegt den Traum von einem lohnfreien Leben in Würde.

In der Krise steckt auch eine Chance. Gorz sieht einen Ausweg aus der Krise. Er besteht in einem ökologischen Ansatz. Einen Ausweg sieht Gorz in einem selbstbestimm-ten Leben und einer ökologischen Lebensweise jenseits von Konsum und Warenflut. Seine ausgeprägte Sensibiliät für gesellschaftliche Entfremdungsprozesse und Freiheit hat uns den Blick auf eine bessere Zukunft geöffnet.

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