Zitate

Reclus: Das Prinzip der Autorität


»Und dieses heilig-unverletztliche Herrschaftssystem bildet eine ganze Folge von übereinander geschichteten Klassen, von denen die obersten alle das Recht zu befehlen haben und die untersten alle die Pflicht zu gehorchen. Die offizielle Moral besteht darin, sich vor dem Oberen zu neigen und sich vor dem Untergebenen stolz aufzurichten. Jeder Mensch muss wie Janus zwei Gesichter, zweierlei Arten von Lächeln haben: das eine schmeichlerisch, zuvorkommend, manchmal bedientenhaft, das andere hochmütig und von herablassendem Stolz. Das Prinzip der Autorität – so nennt sich das Ding – erfordert, dass der Obere niemals so aussieht, als ob er Unrecht habe und dass er bei jedem Wortwechsel das letzte Wort hat. Hauptsächlich aber müssen seine Befehle befolgt werden. Das vereinfacht alles; es bedarf keiner Erwägungen, keienr Verzögerung, keiner Auseinandersetzungen, keiner Bedenken. Die Dinge gehen dann ganz von selbst, schlecht oder gut. Und wenn kein Herr zum befehlen da ist, hat man dafür nicht schon fertige Formulare, Verordnungen, Erlasse oder Gesetze, die ebenfalls von unumschränkten Herren oder Gesetzgebern ausgehen?«
(Élisée Reclus)

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