Persönlichkeiten

Der Anarchismus Horst Stowassers


Geprägt wurde der sprachgewandte Agitator des freiheitlichen Sozialismus nicht zuletzt durch Weltreisen und seine Kindheit, die er mit seinem älteren Bruder Klaus und seinen Eltern in Deutschland und später in Argentinien verbrachte. In Argentinien kam er als Schüler durch einen Lehrer erstmals in Berührung mit anarchistischer Literatur. Seit 1969 engagierte er sich in der anarchistischen Bewegung, nahm an wichtigen internationalen Treffen und Kongressen teil. Aufgrund libertärer und antimilitaristischer Agitation saß er zeitweise im Gefängnis. Ähnlich wie in den 20er und 30er Jahren der Pazifist Kurt Tucholsky und der Anarchopazifist Ernst Friedrich, wurde in den 80er Jahren auch Horst Stowasser immer wieder aufgrund der Verwendung des Satzes „Soldaten sind Mörder“ kriminalisiert. Horst war seit den 70er Jahren durch die von ihm mitgeprägten Bewegungszeitungen, durch seine Vorträge und Bücher der wohl einflussreichste Anarchist in Deutschland.

Horst Stowasser setzte sich für projektorientiertes Wirken ein und vertrat keine theoretische Strömung des Anarchismus. Der „Projektanarchismus“ schaffe Arbeits- und Wohnmöglichkeiten in kollektiver Selbstverwaltung. In Stowassers Wohnort Neustadt gab es vor der Krise des Projektes Mitte der 1990er Jahre 14 selbstverwaltete Betriebe, von denen etwa die Hälfte bis heute überlebt haben und die im „Werk Selbstverwalteter Projekte und Einrichtungen“ (WESPE) zusammengeschlossen sind. „Es wird versucht, selbstverwaltete, dezentrale, ökologische und libertäre Strukturen aufzubauen und miteinander zu vernetzen, die wirtschaftlich, kulturell und politisch wirken“. Das neueste Objekt ist das selbstverwaltete generationenübergreifende Wohnprojekt Eilhardshof. Dieses Baudenkmal wird kollektiv in Gemeineigentum verwaltet, aber neben den Gemeinschaftsräumen aus Einzelwohnungen bestehen. Es wird durch Direktkredite finanziert

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